Flüchtlingskinder Diyarbakir


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1 Jahr Verein 2005

Berichte

Ein Jahr Verein Flüchtlingskinder Diyarbakir


Beim Flüchtlingsselbsthilfeverein Göc-Der sowie der Lehrergewerkschaft Egitim-Sen in Diyarbakir fanden wir kompetente und zuverlässige Projektpartner für unsere Idee, durch Patenschaften und Spenden besonders bedürftige Flüchtlingskinder zu unterstützen und ihnen längerfristig den Schulbesuch materiell zu ermöglichen.

Mit 30 Kindern, jeweils zur Hälfte Mädchen und Jungen, haben wir mit dem Schuljahresbeginn am 1. September 2004 die Arbeit aufgenommen. Aus organisatorischen Gründen konzentrieren wir die Projektarbeit auf zwei Stadtteile Diyarbakirs, die fast nur von Flüchtlingen bewohnt werden. Während die Auswahl der Familien bzw. der geförderten Kinder im Wesentlichen der Flüchtlingsselbsthilfeorganisation Göc-Der obliegt, kümmern sich zwei Kolleginnen und ein Kollege von Egitim-Sen um die Verteilung des benötigten Schulmaterials und der Finanzhilfen. Während wir anfangs zunächst davon ausgegangen waren, dass die monatlichen Hilfen sich auf Schulstarthilfen (Schultasche, Mäppchen, Schuluniform), sonstiges Schulmaterial und eine "Essensbeihilfe" beschränken würden, hat sich in der praktischen Arbeit vor Ort herausgestellt, dass oftmals auch Winterjacken, Hosen, Schuhe und sonstige Kleidung benötigt wurden.

Die Egitim-Sen-Kollegen halten regelmäßigen Kontakt zu den Familien der 30 geförderten Kinder und begleiten sie auch mit pädagogischem Rat. Im einen oder anderen Fall waren sie auch gezwungen, die monatliche Förderung von rund 20 Euro einzustellen, da die Kinder die Schule nicht besuchten. In einigen Fällen kam es auch vor, dass der Schulbesuch von Mädchen von den Eltern doch nicht als wichtig angesehen wurde. Auch in diesen Fällen wurde keine weitere Unterstützung mehr gewährt.

Unter dem Strich kann man sagen, dass vor allem die Kollegen und Projektmitarbeiter von der Lehrergewerkschaft durch ihre soziale und pädagogische Hilfestellung eine sehr wichtige und positive Arbeit für das Projekt leisten. Bis auf die erwähnten wenigen Ausnahmen befinden sich nach einem Jahr die allermeisten Kinder im Projekt und besuchen regelmäßig die Schule. Über den Fortgang des Projekts und die verausgabten Mittel erstatten die Projektmitarbeiter in Diyarbakir regelmäßig Bericht und Rechenschaft.

In den Schulen konnten wir uns bei unserem letzten Besuch im Frühjahr 2005 davon überzeugen, dass auch die Schulleiter und Lehrer das Projekt befürworten und über eine Ausweitung des Projekts froh wären. Für die Familien bedeutet es nicht nur eine materielle und soziale Hilfe, sondern ist auch ein Zeichen der mitmenschlichen Solidarität, die sie vom türkischen Staat oder sonstigen Organisationen oftmals nicht erwarten können.

Das Projekt sieht vor, monatlich für jedes der 30 Kinder 20 Euro (also 600 Euro) zu überweisen. Das Ziel wurde fast geschafft, nicht immer waren die Spendenentwicklung so, dass die gesamte Summe zusammenkam. So will der Verein jetzt die feste Übernahme von Patenschaften (bisher zehn) erhöhen. Deshalb führt er für alle Spender und Paten sowie Interessierte ein Infofest am 20.11.05 durch, bei dem für die bisherige Unterstützung gedankt und um weitere Unterstützung geworben wird.

Im Frühjahr diesen Jahres wurde die Eintragung ins Vereinsregister und die Anerkennung als gemeinnütziger Verein geschafft. Das wird dieses Projekt hoffentlich fördern.
(r.b)


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