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2004 Armut

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Armut treibt Kinder auf die Strasse


Kinder, die auf der Strasse arbeiten und leben, gehen einerseits zur Schule, andererseits
verkaufen sie Taschentücher, Kurzwaren, sammeln Müll und putzen Schuhe. Die Familien
der meisten haben kein Einkommen. Migration, Armut und ungleiche Verteilung des
Einkommens treibt diese Kinder auf die Strasse.

Eine Übersicht in der Ostprovinz Van, durchgeführt von der Provinzversammlung für
Menschenrechte, zeigt dass die Migration und die Armut die Kinder auf die Strasse treibt.
Interviews mit 376 Kindern, die auf der Strasse leben und arbeiten, ergaben dass die
meisten von ihnen aus umliegenden Dörfern und Provinzen nach Van kamen. Die finanzielle
Situation ihrer Eltern ist schlecht und die meisten hatten gesundheitliche Probleme.
„Es gibt großen Unterschiede in den verschiedenen Schichten der Gesellschaft in Van. Und
das beeinflusst die Kinder“, sagte Armagan Bayraktar von der Association to Support
Modern Life (CYDD) ...

Bayraktar sagte, die meisten der interviewten Kinder würden arbeiten und weiter zur Schule
gehen. „Das Leben auf der Strasse ist zur Lebensart dieser Kinder geworden.“ Er fügte
hinzu, dass versucht würde, mit den Familien Kontakt aufzunehmen. Weiter würde versucht,
Tätigkeiten für die Kinder zu organisieren. ... Er sagte, dass die Übersicht nur die Situation
der Kinder zeige, die sie erreichen konnten, die Wirklichkeit sähe viel schlimmer aus.
Diese Übersicht wurde mit der Unterstützung des Sozialdienst-Direktorats, der Schulbehörde,
des CYDD, der Kinderabteilung der Polizei und der Ausbildungsföderation durchgeführt. Einen
Monat wurden Kinder auf Strassen interviewt.

Die Untersuchung umfasst 374 Jungen und zwei Mädchen. 18 Kinder sind 6 bis 8 Jahre alt,
97 zwischen 9 bis 12, 235 zwischen 12 und 15 und 26 zwischen 16 und 18 Jahre alt.
138 der Kinder verkaufen Taschentücher, 107 putzen Schuhe, 19 vermieten Waagen und
eins ist Bettler. Während sechs Kinder Müll sammeln, erledigen 105 andere Arbeiten. 34 der
Kinder kamen aus Catak nach Van, 12 aus Bahcesaray, sechs aus Gevas, 25 aus Baskale.
32 aus Ozalp, 12 aus Caldiran, fünf aus Ercis, 75 aus Hakkari, zwei aus Yuksekova, 74 aus
Gurpina und 60 aus anderen Provinzen.

Die Väter von 228 Kindern, die in der Untersuchung erfasst wurden, sind arbeitslos. Die
Väter von 60 Kindern verdienen im Monat weniger als 100 Millionen türkische Lira (70 US$).
Keine der Mütter der Kinder hat Arbeit. 23 Prozent der Kinder kommen aus Haushalten mit
mindestens 10 Personen.

13 der 376 Kinder, die auf der Strasse arbeiten, sind nie zur Schule gegangen. 328 von
ihnen gehen in eine Volksschule. Die anderen hörten nach der Volksschule auf.
257 Kinder arbeiten, weil ihre das Geld benötigen, 87 benötigen das Geld für ihre eigenen
Unkosten und 32 arbeiten, weil sie von ihren Familien dazu gezwungen werden. 211 der
Kinder sagten, dass sie nicht arbeiten wollen.

Mehr als die Hälfte der Kinder verdient weniger als 2 Millionen türkische Lira (1,4 US$) am
Tag. Etwa 12,5 Prozent der Kinder haben ernste Gesundheitsschwierigkeiten. 2,7 Prozent
von ihnen raucht.
(Bianet, 7.5.2004)


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