Flüchtlingskinder Diyarbakir


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2007 Armut Diyarbakir

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Armut in Diyarbakir


In der Türkei beträgt das Jahreseinkommen pro Kopf 5.000 Dollar. In einigen Stadtteilen
Diyarbakirs wie Fatihpasa, Gürdogan, Körhat, liegt es bei 350 Dollar. Dazwischen liegt ein
Unterschied von genau 4.650 Dollar. So viel zum Separatismus, so viel zur Ungleichheit
zwischen den Klassen ...

Der Verein Sarmasik „gegen Armut und für nachhaltigen Aufschwung“, der gemeinsam von
der Stadtverwaltung Diyarbakir und zehn zivilgesellschaftlichen Organisationen gegründet
wurde, hat die Stadt in vier Gebiete unterteilt und unter Mitwirkung von Soziologie-
Studierenden der Dicle-Universität im Rahmen einer Erhebung 37 Fragen an 38.000
Personen aus 5.780 Familien gestellt.

Das Ergebnis der Erhebung zeigt, dass die Menschen von Diyarbakir im Winter vor Kälte, im
Sommer vor Hitze und Hunger fast umkommen.

Serif Camci als Generalsekretär des Vereins erklärt dazu: „Anhand unserer Untersuchung
haben wir festgestellt, dass in Diyarbakir 20.000 Familien hungern und dringend Hilfe in
Form von Lebensmitteln brauchen. Wir haben eine Lebensmittelbank eingerichtet, an die
sich innerhalb von drei Monaten 9.000 Familien gewandt haben. Von diesen 9.000 Familien
verteilen wir an 320 entsprechend unserer Kriterien kontinuierlich jeden Monat Lebensmittel.
Mit der Lebensmittelbank verfolgen wir das Ziel, den Bedarf derjenigen zu decken, die aus
dem Produktionsprozess herausgefallen sind und nicht selbst für ihre Bedürfnisse
aufkommen können.“ Und er fügt hinzu, dass die Untersuchung weiterhin ergeben habe,
dass 58 Prozent der schulreifen Kinder aus den befragten Familien nicht zur Schule gehen
können und keine Erwartungen an die Zukunft haben.

In den Stadtteilen Fatihpasa und Gürdogan leben am meisten Kriegsflüchtlinge. Sie gehören
zu den ärmsten Gegenden Diyarbakirs. In Fatihpasa gibt es 1.301 Haushalte mit einer
Einwohnerzahl von 7.627. In einem Haushalt - der im allgemeinen aus zwei Zimmern besteht
- leben im Schnitt sieben Personen. Es gibt auch Haushalte mit 30 Personen, wie die
Untersuchung des Vereins ergeben hat. Im September 2007 soll die Erhebung beendet
werden.

Zu den Zielen des Vereins gehört es, als Ergebnis der erhobenen Daten monatlich
Lebensmittel im Wert von 50 Lira an solche zu verteilen, die aus dem Produktionsprozess
ausgeschlossen sind, für die es keine Rückkehr auf den Arbeitsmarkt gibt, für chronisch
Kranke, Behinderte, Arme und sonstige Bedürftige.
(Quelle: Özgür Politika, 6.8.2007)


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