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2010 Berivan SZ

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Das Mädchen Berivan

Hunderte Kinder sitzen in der Türkei im Gefängnis. Man behandelt sie dort wie Schwerverbrecher. Dies ist die Geschichte der 15-jährigen Kurdin Berivan, die im falschen Moment am falschen Ort aus einem Bus stieg.

Berivan musste schon seit ihrem neunten Lebensjahr arbeiten um die Familie zu unterstützen. Sie wollte am 9. Oktober letzten Jahres ihre Cousine in Batman besuchen. Als sie aus dem Bus stieg, fand sie sich selbst in einem Menschenauflauf wieder. Es wurden Steine geworfen. Als es das Mädchen mit der Angst zu tun bekam, rannte sie los - die Polizei hinter ihr her. Sie schlugen das Mädchen zu Boden, behandelten sie wie einen Schwerverbrecher, und nahmen sie fest. Bei ihrer Verhandlung am 26. Januar wird das Mädchen unter anderem wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation und Propaganda für diese (gemeint ist die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK) zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Als Beweis diente ein Foto, auf dem ein Schuh zu erkennen war, der Berivans Schuhen glich. Dazu kommen die Aussagen der Polizisten.

Verurteilt zu fast acht Jahren Haft wegen eines angeblichen Steinwurfs?! Das klingt wie ein unglaublicher Einzelfall - ist es aber nicht!

(Quelle: Süddeutsche Zeitung, 28.4.2010 und blog.aktiv-gegen-kinderarbeit.de)

Das Mädchen Berivan - Bild Süddeutsche Zeitung, 28.4.2010


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